Wie können es Vereine dauerhaft mit ihren Themen in die Medien schaffen

,

Was heute Schlagzeilen macht, ist morgen kein Thema mehr. Journalismus ist eben auf Aktualität fixiert. Wie schaffen es Vereine trotzdem mit ihrem Thema dauerhaft präsent zu sein? Die Antwort liegt in der Lösung zweier Probleme: Wer dauerhaft präsent sein möchte, muss den Medienmachern als Experte zur Seite stehen. Journalismus lebt von Geschichten. Schaffen es die Vereine mehr davon zu erzählen sind die präsent. 

In seiner Novemberausgabe 2017 erklärte das Magazin der Journalist: „Warum sich ein langer Atem im Journalismus lohnt.“ Das Medienmagazin stellte in seinem Aufmacherthema auch gleich fest, dass dies fast unmöglich ist. „Was heute Schlagzeilen macht ist morgen kein Thema mehr, weil Journalismus auf Aktualität und Nachrichtenwerte fixiert ist“, lautete die Erklärung für das Dilemma vieler Vereine.
Ein Auslandskorrespondent schilderte, dass Redaktionen wenig kontinuierlich arbeiten, stattdessen nur punktuell interessante Texte ins Blatt holen. Redakteure seien also eher an bunten Geschichten und spektakulären Stimmen interessiert, als an profunder Analyse. Ins Blatt schaffe es, was Originalität verheißt, wird er zitiert.
Bei Dauerthemen bleibe immer die drängende Frage:Wie also berichten, ohne bei Redakteuren und Lesern den Eindruck des „more of the same“ zu erzeugen.

Besser gefragt: Wie können Vereine mit Ihren Themen dauerhaft in den Medien präsent sein?

Das Problem hat zwei Seiten. Einerseits haben wir den Abbau von Kompetenz durch ausgedünnte Redaktionen, auf der anderen Seite stehen die Zwänge des Journalismusgeschäfts. Denn grundsätzlich ist es nicht der Job von Journalisten, über Zustände zu berichten sondern über Ereignisse. Es wird also erst berichtet, wird wenn es knallt.

Nur wenn Vereine eine Lösungen für diese beiden Probleme anbieten, schaffen sie es, dauerhaft in die Medien.

Lösung 1:

Zusammenarbeit von Verein und Redaktion kompensiert fehlende Fachkompetenz und Personal

Vereine sind direkt am Problem dran und haben eine hohe Fachkompetenz. Sie sind die Experten ihres Themas. Leider wird genau diese Kompetenz wenig genutzt. Statt mit fundierten Hintergrundinformationen, gutem Bildmaterial und interessanten Geschichten die Journalisten zu entlasten, fordern Vereine Expertise, einen langen Atem und Manpower von den Redaktionen ein. Soll ein Thema dauerhaft in den Medien sein, müssen Vereine als kompetenter Partner den Redaktionen zur Seite stehen. Dafür braucht es aber auch von den Vereinen mehr als die Telefonnummer des gehetzten Lokalredakteurs und eine rudimentäre Pressemitteilung. Es braucht journalistische Kompetenz von Seiten des Vereins, bestenfalls in der Schaffung einer Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit. Genau hier kann ein Austausch zu den Journalisten entstehen. Sensibilisierung auf aktuelle Entwicklungen(Monitoring), Vorschläge für Hintergrundberichte oder hier und da ein Tipp für gute Storys wären Aufgabe dieser Stabstelle.
Maja Nötzel, Hörfunkredakteurin beim SWR: „Mich nervt es, wenn ich im Kontakt mit dem Verein ausdrücklich darum bitte, auf dem laufenden gehalten zu werden, um dann in der Zeitung von wichtigen Veränderungen zu lesen. Mich hatte man dann einfach nicht auf dem Schirm.“
Informieren die Vereine die Redakteure immer erst kurzfristig oder gar nicht über Meilensteine und Termine, sind diese zu Recht vergrätzt und fassen ihr Thema ungern wieder an.

„Manchmal“, so sagt Maja Nötzel, „habe ich den Eindruck, die Vereine wollen testen, ob wir eine investigative Ader haben und ihre Termine herausfinden. Aber aufwändige Recherche und ständiges Monitoring ist bei einer dünnen Personaldecke einfach nicht drin“, erklärt die Journalistin.

Lösung 2: Liefern Sie einen gute Story
Journalisten brauchen eine Story, denn Menschen wollen über Menschen lesen. Genau diese Geschichten erleben engagierte Vereinsmitglieder jeden Tag. Doch oftmals wissen sie nicht, was journalistische Themen ausmacht und wie Storytelling funktioniert. Die Lösung: Medienkompetenz aufbauen. Nachfragen, wie es in der Redaktion abläuft und in den Kopf des Journalisten klettern, um das zu liefern, was er braucht.

Fazit: Vereine müssen in Weiterbildung investieren
Wollen Sie als Verein präsent sein, müssen Sie die Personal- und Kompetenzlücke der Redaktionen schließen. Das schaffen sie, indem sie Verständnis für eine Stabsstelle Pressearbeit entwickeln und Medienkompetenz aufbauen. Werden Sie zum Partner für die Redakteure, zum Experten für Hintergründe und fangen Sie an Stories zu erzählen.