Pressearbeit nebenbei – geht das?

, ,

In der Zeitung stehen und Interviews geben? Von Kunden angesprochen werden und keine Probleme haben, gute Auszubildende zu finden. Dem Wettbewerb eine Nase voraus sein? Lieblingskunden anziehen, weil das Unternehmen über Pressearbeit mit seinem Alleinstellungsmerkmal besser wahrgenommen wird: Das wäre schon was!

Auch kleine Unternehmen haben die Chance in die Medien zu kommen. Bei kontinuierlicher Pressearbeit können Sie genauso wie die „Großen“ ein positives Image aufbauen und sichtbarer werden. Wer im vollen Markt gesehen wird und mit Medienpräsenz auf sich aufmerksam macht, der verkauft natürlich auch mehr.

Aber gerade kleine Unternehmen und Lokalhelden können sich eine Fachstelle für Öffentlichkeitsarbeit, also Public Relations (PR), nicht leisten. Also, wer soll und kann die Pressearbeit im Unternehmen machen?  Wie viel bringt Pressearbeit wirklich?
Welcher Aufwand und welche Kosten sind zu erwarten und gibt es Möglichkeiten doch etwas auszulagern?

Für wen lohnt sich Pressearbeit?

Pressearbeit gehört zum Marketingmix und ergänzt die Öffentlichkeitsarbeit wie SocialMedia oder Messeauftritte. Während über SocialMedia, Werbung und Kundenkommunikation direkt mit dem Kunden der Kontakt gesucht wird, entscheidet hier der Journalist, was gedruckt oder gesendet wird. Man spricht in diesem Falle von dem „GATEKEEPER“ also einem Türsteher. Darum ist es schwieriger, in die Medien zu kommen als einen Facebook-Account aufzusetzen. Dennoch gibt es zwei entscheidende Vorteile:

  • Die Reichweite ist über die Massenmedien, deutlich größer und
  • die Glaubwürdigkeit ist höher.

Auch wenn in den letzten Jahren das Unwort LÜGENPRESSE entstand, eigentlich trauen viele Menschen den Medien. Was in der Zeitung steht und im Fernsehen gesendet wird, hat die Aufmerksamkeit der Menschen und auch Ihrer Kunden. Eben weil nicht jeder „einfach so“ da rein kommt. Folgende Punkte sprechen für Pressearbeit:

  • Sie haben Produkte/ Dienstleistungen, die ein positives Unternehmensimage stärkt und wodurch Sie sich vom Wettbewerb abgrenzen.
  • Sie wollen bekannter – auch regional- werden?
  • Sie haben ein ungewöhnliches Produkt oder sind spezialisiert.
  • Sie haben ein Marketingbudget und schalten bereits

Wie und wer kann Pressearbeit im Unternehmen machen?

Bei kleinen Unternehmen ist die Pressearbeit keine Vollzeitstelle. Das heißt, jemand muss den Job zusätzlich übernehmen. Die Pressesprecherin oder der Pressesprecher sollt eine zentrale Stelle im Unternehmen ausüben, um über alle Bereiche einen Überblick zu haben. Ein regelmäßiger Austausch mit der Geschäftsführung, aber auch ein guter Kontakt zu den Mitarbeitern aus Vertrieb und Produktion sind wichtig. Aus meiner Erfahrung heraus wird die Pressearbeit aus diesen Gründen oft von der Assistenz oder dem Marketing übernommen. Wichtig ist, dass für diese Arbeit Zeit zur Verfügung steht. Gute Pressearbeit braucht Strategie, Dranbleiben und Zeit. Auch eine gute Schreibe und Kreativität sind notwendig. 

Pressearbeit kann gut als Teilstelle im Unternehmen umgesetzt werden. Auch wenn das Pensum nicht das Gleiche wie bei Großkonzernen ist, braucht es eine Strategie. Dazu zählt, dass die Ziele  definiert werden und die Aufgaben klar umrissen sind. Es wird festgelegt, wie viel Zeit für diese Aufgaben zur Verfügung steht.  

Pressearbeit lernen – geht

Von einem Bäcker wird niemand verlangen, dass er Würstchen herstellt.  Bei der Pressearbeit ist das leider so, dass diese schnell als Aufgabe vergeben wird ohne dass die Fachkenntnis dafür vorhanden ist.  Die Kommunikation mit der Öffentlichkeit ist wichtig. Eine Pressestelle, die nicht weiß, wie eine Pressemitteilung geschrieben wird, die keine Journalistenkontakte aufbauen kann und sich scheut, beim Journalisten anzurufen schadet mehr als das sie nützt. Pressearbeit ist kein Hexenwerk und lässt sich in Schulungen sehr gut erlernen. Was müssen Sie den Journalisten liefern, wie kommen sie  an Kontakte und wie werden gute Texte geschrieben sind einige wichtige Inhalte. Sie müssen verstehen, wie der Journalist tickt und wie das Presse-Business läuft. Vieles lässt sich auch nebenbei vorbereiten. Bestimmte  Themen können langfristig geplant werden, gute Bilder entstehen vor Ort und eine abgestimmte Vorlage für die Pressemitteilung kann bereit liegen.

Kann was ausgelagert werden? Wer unterstützt in „Stoßzeiten“

Pressearbeit ist ein Beruf, der Fachkompetenz erfordert. Es gibt Möglichkeiten sich Unterstützung zu holen. Freie Journalisten können die Pressemitteilung schreiben, PR-Berater stehen beratend für Kampagnen zur Seite. Manchmal reicht ein Feedback, ob die Idee für die Pressemitteilung auch beim Journalisten ankommt oder wie das Thema am besten verkauft wird. Bei meinen Kunden entstehen die Ideen für Kampagnen in Workshops und liefern Pressefutter für das ganze Jahr.

Fazit: Pressearbeit lohnt sich auch für kleine Unternehmen und kann als Teilzeitstelle besetzt werden. Pressearbeit bleibt ARBEIT, aber lässt sich teilweise gut vorbereiten. Öffentlichkeitsarbeit verlangt Fachkompetenz. Darum sollten die Mitarbeiter, die mit der Presse sprechen wissen, was sie tun. Unterstützung gibt es bei freien Beratern, PR-Agenturen. In Seminaren wird Pressearbeit geschult.