Folienprint_Slevesverarbeitung

Lebensmittel in der Folienverpackung: Sicher, bunt und zukunftsweisend

Beitrag in der Broschüre über die Ernährungswirtschaft in Westmecklenburg 
Erschienen: Herbst 2014 / IHK Schwerin 

Ein heller Karton, darin bunt bedruckte, einzeln verpackte Teebeutel: Fragt man Doris Erhardt-Freitag nach dem innovativsten Produkt der Folienprint-Druckerei wird sie diese Teebox auf den Tisch stellen. Warum? „Jedes einzelne Tee-Sachet ist ein Unikat“, erklärt die Geschäftsführerin. Das Untenehmen mit Werk in Gallin stellt Folienverpackungen für Lebensmittel her. Seit März 2015 bietet es Digitaldruck im Bereich der flexiblen Verpackungen. Damit können nun auch kleine oder mittlere Mengen in hoher Druckqualität hergestellt werden, teure Druckplatten und lange Vorlaufzeiten sind passé. Bei den Tee-Sachets wurden insgesamt 30.000 Beutel bedruckt, dank Mosaik-Software ist jeder einzigartig. Doris Erhardt-Freitag ist sich sicher, dass damit im Bereich der Markenentwicklung und Kundenbindung ein völlig neuer Spielraum möglich sei: Personalisierungen, Gewinnaktionen, Saison- oder Aktionsware, Testimonial-Einbindung – solche Projekte sind nun mit Print-on-demand noch besser umsetzbar. Über VR-Codes könnten Kunden via App weitere Informationen oder zusätzliche Rezepttipps zum Produkt erhalten, denkt sie die Möglichkeiten weiter.

Neueste Technologien

In der Entwicklung von neuen Technologien arbeitet Folienprint eng mit Maschinenherstellern, Lieferanten und Kunden zusammen. „Als Unternehmen der RAKO Gruppe sind wir eines der ersten Unternehmen innerhalb der Industrie, die eine Beta-Testanlage bereits 2014 installierte“, erzählt Martin Lücke, Projektleiter für den Digitaldruck. Für den „Neuzugang“ brauchte das Unternehmen einen extra Raum – ihren Druck-Cubus – der strahlend weiß in eine der Hallen hineingebaut wurde. Nur dort kann eine Luftfeuchtigkeit von 50-70 Prozent und Temperatur von 22-25 Grad sichergestellt werden, die das Gerät für den optimalen Betrieb benötigt.

 

Nachhaltigkeit: Zusammen mit Milupa hat das Unternehmen mit StarSaver® eine ressourcenschonende Alternative für das teure und energieintensive Aluminium in Verpackungen für pulvrige Füllgüter wie Milchpulver oder Nahrungsergänzungsmittel entwickelt. Zusammen mit klimaneutraler Produktion und Folien aus nachwachsenden Rohstoffen ein wichtiger Schritt zu nachhaltiger Verpackung. „Bei der Entwicklung kam es darauf an, die gleichen Barriereeigenschaften zu erhalten wie bei Aluminiumverbundfolien“, erklärt Doris Erhardt-Freitag.

Insgesamt 400 Materialien stehen Folienprint bei der Produktion zur Verfügung. „Eine minimal veränderte Folienkomponente kann die Eigenschaften komplett verändern“, so Martin Lücke fasziniert. Im Vordergrund stehe immer das Ziel, das Lebensmittel zu schützen. So verhindern sie Verschmutzungen oder Beschädigungen durch mechanische Einflüsse. Ebenso halten Verpackungen schädliche Umwelteinflüsse wie Licht, Sauerstoff oder Feuchtigkeit fern. Dadurch werden Verderb durch Mikroorganismen, Aroma- und Vitaminverluste sowie Fremdgerüche eingedämmt. Aus Sicht von Produzenten und Händlern müssen Verpackungen wenig wiegen, einen schadensfreien Transport ermöglichen, standfest sein und sich gut stapeln lassen. Die Verbraucher erwarten, dass sich eine Verpackung leicht öffnen und schließen lässt. Neue Entwicklungen stellen zusätzliche Anforderungen: Fertiggerichte beispielsweise sollen sich direkt in der Packung erhitzen lassen.

Drei Sekunden für die Aufmerksamkeit

80 Prozent der Produkte präsentieren sich im Einzelhandel ohne Werbung und das bei rund 10.000 Produkten im klassischen Lebensmittelmarkt. Im Schnitt hat jedes Produkt drei Sekunden Zeit, um auf sich aufmerksam zu machen. Das wissen die Hersteller: Mit der vorgeschriebenen Lebensmittelkennzeichnung ist die Verpackung eine wichtige Informationsquelle, gleichzeitig auch Werbefläche und Kommunikationsmittel mit dem Verbraucher. „Im Kampf um den Kunden investieren Unternehmen viel in die Entwicklung der Verpackung“, weiß Karsten Schröder von der Innoform Coaching GbR, einem Beratungs- und Weiterbildungsunternehmen im Bereich der Folienverpackung. Verpackungen werden aufwändig gestaltet, der Trend geht zu immer mehr Farben und Vielfalt in den Produkten. „Sie spricht Emotionen an, ist das Gesicht des Produktes und der Markenträger“, so Schröder. Folienverpackungen seien im Vergleich zu Faltschachteln im Aufwand noch relativ begrenzt. Dennoch sieht der Experte hier die Zukunft. Der Standbeutel sei immer mehr im Kommen. Besonders der sparende Ressourcen-Einsatz im Vergleich zu Glasflaschen und Dosen sowie Funktionalitäten wie Lesbarkeit, Wiederverschließbarkeit, Handhabbarkeit oder Transport-Robustheit sind hier nur einige Schlagworte.

Vielleicht wird es eines Tages so sein, dass die Verpackung sogar zum Sammelobjekt wird, wie beispielsweise ein Tee-Sachet, das es nur einmal gibt. Martin Lücke würde es freuen, denn „viele Verbraucher ahnen gar nicht, wie viel Aufwand hinter Verpackung steckt, die nach dem Verzehr im Müll landet.“