Auferstehen – Kommunikation im Krisenumfeld

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Meine neuen Bibelkenntnisse über die Ostergeschichte führen mich überraschenderweise zu Parallelen in der Kommuniaktion während der Krise. Jetzt ist Zeit für Auferstehung und Kundenbindung. Unternehmen, die jetzt nicht den richtigen Ton treffen, tragen sich zu Grabe.  

Während die Weltwirtschaft eine Atempause macht, Ostern für viele im eigenen Garten oder auf dem Balkon stattfand und tatsächlich einige Menschen entschleunigen hatte ich richtig zu tun. Nebenbei bin ich auch noch bibelfest geworden.

Für unsere Kirchengemeinde hier in Dabel habe ich Andachten aufgezeichnet. Da keine Gottesdienste mehr abgehalten werden, hat sich unser Prädikant (Das ist ein Kirchengemeindemitglied, das in der Kirche predigen darf) von mir überzeugen lassen, seine Andacht aufzuzeichnen und bei YouTube zu veröffentlichen. (Wie viel Arbeit das macht, hatte ich dabei nicht im Blick 😉 Mittlerweile sind fünf Beiträge online – puh!

Das bringt meinerseits neue Bibel-Kenntnisse mit sich.
Kurz zusammengefasst: An Karfreitag wird Jesus gekreuzigt am Ostersonntag feiert man seine Auferstehung.

Irgendwie trifft es gerade auf unsere Situation zu. Vor vier Wochen haben wir mit Beginn der Quarantäne viele Dinge zu Grabe getragen. Radikal musste sich jeder einzelne umstellen. Sei es das Home-Office, Kinderbetreuung zu Hause, die Schließung des Geschäftes oder die Umstellung der Produktion wie sie derzeit in Nähereien stattfindet. (Da werden statt Ledertaschen nun Schutzmasken gefertigt.)

Nachdem sich die erste Schockstarre gelegt hat und die ersten Ausgleichszahlungen fließen stellt sich nun die Frage: Wie auferstehen? Oder auch etwas weniger pathetisch: Wie jetzt weitermachen?

Welche Qualitäten sind jetzt gefragt? Welche Produkte, welche Vertriebswege aber auch welche Kommunikationsmaßnahmen müssen nun in Hochgeschwindigkeit angepasst werden?

Mein Laserblick liegt durch meine Berufung natürlich auf der Kommunikation. In den letzten Wochen war hier Intuition gefragt. Denn so eine Situation gab es vorher noch nicht. Wir haben es nicht mit der klassischen Krisenkommunikation zu tun, sondern mit Kommunikation in einem Krisenumfeld.

Bemerkt habe ich drei Vorgehensweisen:

  1. Einfach weiter machen, oder sogar noch aggressiver verkaufen.
  2. Tauchstation: Ich hatte den Eindruck, dass diese Unternehmen entweder stark mit sich selbst beschäftigt waren, oder einfach nicht erkannt haben, wie wichtig jetzt  gerade Kommunikation mit Kunden, Dienstleistern oder Mitarbeitern ist.
  3. Neue Wege gehen und da sein: Viele haben sich auch gezeigt. Sie haben neue Techniken ausprobiert und wenn sie richtig gut waren, ihre Mitarbeiter, Dienstleister und Kunden mitgenommen.

Jetzt hat sich gezeigt, wer verstanden hat, dass Unternehmen da sind, um die Probleme der Kunden zu lösen. Dass Unternehmertum Flexibilität, Umdenken und Empathie bedeutet.

Es wird klar: Jetzt ist die Zeit, Kunden zu binden und zu gewinnen. Sozusagen aufzuerstehen im übersättigten Markt und sich zu zeigen. Auszunutzen, dass die Menschen zum Stillstand gezwungen sind, Großzügigkeit und Professionalität wahrnehmen können.

Zeit, da zu sein. Solidarisch, Kreativ, Anders – mit einer Botschaft!

Das geht vor allem über Empathie für die Menschen, die sich im Orbit des Unternehmens befinden und Lösungsangebote (vielleicht auch ohne Preisschild) zu bieten.

Ich denke an meine Kita, von der ich seit vier Wochen nichts gehört habe, während ich den Spagat zwischen Home-Office, Schulunterricht und Vorschule irgendwie hinbekommen muss. Ich hätte mir Unterstützung oder wenigstens Gesten der Solidarität gewünscht. Nach Corona wird vieles anders sein: Auch mein Verhältnis zur Kita.

Im Vergleich dazu sehe ich, mit welcher Vehemenz sich unser Prädikant geweigert hat, einfach die Türen zur Kirche zu schließen. Jede Predigt ist neu ausgearbeitet und ganz persönlich. Man hört und sieht seine Betroffenheit. Man spürt, wie er sich mit seinem Glauben in dieser Situation zurechtfindet. Jede Predigt ist einzigartig und neu ausgearbeitet – auch wenn er sie nur vor drei Personen hält. Für die 200 Kirchengemeindemitglieder gab es außerdem Ostertüten mit selbst gebastelten Karten, via WhatsApp und You Tube werden Andachten verteilt und spenden Trost. Kurioserweise, erreichen die Predigen jetzt mehr Menschen als beim Gottesdienst. Auch hier wird das Verhältnis zur Kirchengemeinde nach Corona ein anderes sein.

Es gilt: Chancen ergreifen oder zu Grabe getragen werden.

Die Frage ist, wie ist Ihre Kundenbeziehung nach Corona?
Dazu müssen Sie vielleicht aus den alten Gewohnten ausbrechen. Schauen Sie auf die Menschen vor allem: Einige Unternehmen sollten endlich aus ihrer Lethargie auferstehen!

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Zur Person: Manuela Kuhlmann ist studierte Journalistin mit der Spezialisierung auf Public Relations. Sie unterstützt Kunden in ihrer authentischen Öffentlichkeitsarbeit. Zentrum ist dabei immer die Frage: Wofür stehen Sie? Was macht Sie einzigartig? Sie werden zum Magnet, wenn Sie fokussiert und authentisch nach außen kommunizieren. Gute Kommunikation bedeutet: Ihre Botschaft kommt an!